Landesruderverband Berlin e.V.

Training für Anfänger – mit Abstandsregeln

Der Abstand von 1,5 m, der in den Ruderbooten einzuhalten ist, wirkt sich auch auf die Ausbildung in den Vereinen aus. Wir führen die Ruderausbildung jetzt im Einer vom Steg aus durch, sagt Bruni Ley vom Märkischen Ruderverein.

Es ist für uns Ausbilder zeitlich und organisatorisch viel zeitaufwendiger, da die Anfänger nur einzeln nacheinander ausgebildet werden können “ so die Trainerin mit C-Lizenz. Zudem sind nach jedem Wechsel die Skullgriffe mit Seifenlauge zu reinigen.

Auf Dauer ist es für die Neuen'auch langweilig, sie würden gerne mal im Mannschaftsboot fahren.“ Sie ist trotzdem froh, dass nach dem totalen Verbot wieder gerudert werden kann. Die Anfängerkurse finden wie immer Mittwochnachmittag und Sonntagvormittag statt. Aber statt zwei Trainingsstunden pro Anfänger gibt es zurzeit nur eine.

Wer das Vereinsgelände betritt, muss sich zuerst die Hände waschen. Eine Waschgelegenheit wurde draußen installiert, um zusätzliche Gänge durch das Bootshaus zu vermeiden. Die Boote und Skulls werden nach jeder Fahrt mit Seifenlauge gereinigt.

Interview mit Prof. Dr. med. Dr. h.c. Jürgen Michael Steinacker über das weiter bestehende Verbot für Kontaktsportarten und Rudern in Berlin

Professor Steinacker ist Ärztlicher Leiter der Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin am Universitätsklinikum Ulm und Vorsitzender der Sports Medicine Commission beim Weltruderverband FISA. Teamrudern ist in Berlin immer noch verboten, weil der Mindestabstand von 1,50 m in den Booten nicht eingehalten wird. Ist die Begründung aus Ihrer Sicht haltbar?

Der Landesruderverband Berlin hat ein Nutzungs- und Hygienekonzept vorgelegt, das die Grundlage für die Wiederaufnahme des Rudersports sein kann.

 

Aus Sicht des Landesruderverbands dürfte Rudern trotz einer baubedingten Reduzierung des Abstands in den Booten auf 1,3 m bis 1,4 m zulässig sein – insbesondere, weil der Sport im Freien ausgeübt wird. Sehen Sie das auch so?

Wir haben beim Weltruderverband FISA zwei Richtlinien herausgebracht, die sich mit der Wiederaufnahme des Trainings und der Regatten nach der Pandemie beschäftigen. Die offiziellen Dokumente der Weltgesundheitsorganisation WHO, die Studienlage und das Konzept des Robert-Koch-Instituts, das auf den Erkrankungen der letzten sieben Tage beruht, sind die Grundlage dieser Richtlinien für Risikobestimmung und Schutzmaßnahmen. Die internationale Ärztekommission der FISA hat diese Richtlinien anerkannt und beschlossen. Zuvor wurden noch Virologen, Hygiene-Fachleute und Epidemiologen, u.a. der WHO und des IOC, konsultiert.

Streit um zehn Zentimeter

Team-Rudern ist in Berlin weiterhin verboten. Der Abstand im Boot ist nur 1,4 Meter.

Der Umgang der Landesregierung mit dem Berliner Rudersport löst zurzeit in den Rudervereinen großen Unmut aus. Rudern im Vierer und Achter ist weiterhin verboten  - nur weil der Abstand in den Booten baulich bedingt 1,40 m beträgt und dadurch der geforderte Mindestabstand von 1,50 m nicht eingehalten werden kann. 
Es gibt jedoch eine Ausnahme. Die Frauen des Frauen-Ruder-Club Wannsee (FRCW) können wieder im Mannschaftsboot rudern. Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hat den Eilantrag des Vereins am 12. Juni mit einer positiven Stellungnahme für das Teamrudern beschieden. Grotesk ist, dass sich der FRCW mit den beiden benachbarten Vereinen – Potsdamer RC Germania und BRC Welle-Poseidon – einen Steg teilt, diese beiden Vereine aber nicht im Vierer oder Achter rudern dürfen. 

FRCW-Frauen wieder zu viert in einem Boot

Beim Frauen-Ruder-Club Wannsee (FRCW) ist die Freude groß. Die Frauen können seit dem 15. Juni 2020 wieder im Mannschaftsboot rudern. Ruderwartin Gunnel Stüken pinnte am Montag früh um halb zehn die Abstands-, Hygiene- und Verhaltensregeln ans Bootshaus und in den Eingangsbereich zum Vereinsheim. Fünf eng beschriebene Seiten haben dazu beigetragen, dass die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung dem Eilantrag des Vereins zugestimmt und das Teamrudern gestattet hat. Die Vereinsvorsitzende Heike Stich hatte den Antrag am 4. Juni an Senatorin Dilek Kalayci geschickt und am späten Abend des 12. Juni die positive Antwort erhalten.

„Da niemand mit der Genehmigung gerechnet hat und so alle bereits etwas anderes vorhatten“, wie Heike Stich berichtet, blieb es am Wochenende noch ruhig auf dem Gelände des Frauen-Ruder-Clubs Wannsee. Außerdem: „Beantragt war zum 15. Juni und daran halten wir uns auch. Musste ja auch vorbereitet werden,“ so die Vereinsvorsitzende.

Landesruderverband stellt erneuten Eilantrag zur Ermöglichung des Mannschaftsruderns für alle Berliner Vereine

Nach der erfreulichen positiven Stellungnahme zum Eilantrag des Frauen RC Wannsee haben wir das Nutzungs- und Hygienekonzept in Abstimmung mit dem DRV, LSB und  den LRV-Vereinen aktualisiert und einen erneuten "Eilantrag Rudern in Mannschaftsbooten" für alle 60 Mitgliedsvereine gestellt.

 

Hier das aktualisierte Nutzungs- und Hygienekonzept, das uns nun hoffentlich schnellstmöglich eine positive Entscheidung bringt.

 

Wir informieren Euch zeitnah weiter.

Weiterhin nur Rudern im Einer erlaubt – kein echter Teamsport im Mannschaftsboot möglich!

Am 22. Mai 2020 hat sich der Landesruderverband mit einem Schreiben an den Senator für Inneres und Sport Andreas Geisel gewandt. Ziel war insbesondere das Rudern in Großbooten wieder zu gestatten, obwohl der Mindestabstand von 1,50m zwischen zwei Ruderplätzen konstruktiv knapp nicht eingehalten werden kann.

Gestern Abend (Mittwoch, 10.06.2020) erreichte uns die folgende ernüchternde Antwort aus der Senatsverwaltung:

  

„Nach § 7 Abs. 2 Nr. 1 der Verordnung über erforderliche Maßnahmen zur Eindämmung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus SARS-CoV-2 in Berlin (SARS-CoV-2-EindmaßnV) vom 28. Mai 2020 ist weiterhin grundsätzlich nur die Sportausübung gestattet, sofern sie kontaktfrei erfolgt und die Einhaltung des Mindestabstands von 1,5 Metern zwischen den Sportlerinnen und Sportlern sowie zu anderen Personen durchgehend sichergestellt ist.

Endgültige Absage der Stadtdurchfahrt am 22. August 2020

Liebe Ruderinnen und Ruderer,

die aktuelle Lage zwingt uns leider dazu, nun auch die für den 22. August 2020 gemeinsam mit den Kanuten geplante Stadtdurchfahrt abzusagen.

Heute hat die Senatsverwaltung für Inneres und Sport unseren Antrag zur Unterschreitung des Mindestabstandes beim Rudern erneut abgelehnt.

Der Landeskanuverband hat ebenso bereits beschlossen, die Veranstaltung in diesem Jahr nicht mehr durchzuführen.Vor dem Hintergrund, dass auch das Wasserstraßen- und Schifffahrtsamt Berlin das Anliegen unter der Corona-Situation nicht unterstützen will und der Unklarheit, ob überhaupt ein mannschaftlich organisiertes Befahren von gesteuerten Vierern und Achtern können wir aktuell nur die Veranstaltung in den Mai 2021 verschieben.

Wir bedauern, Euch in dieser Situation keine Perspektive für die Veranstaltung in 2020 geben zu können.

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