Landesruderverband Berlin e.V.

Vergessene Jubiläen

Eine kleine Geschichte des „Blauen Wimpels“

Für das Jahr 1925 hatte der Wanderruder-Verband Mark Brandenburg neben verschiedenen Einzelwettbewerben einen Herausforderungspreis ausgeschrieben, „den derjenige Verein auf ein Jahr erwirbt, dessen Mitglieder die größte Kilometerdurchschnittsleistung erzielt haben“, wobei auch damals nur eine bestimmte Anzahl von Ruderern – in Abhängigkeit von der Vereinsgröße – berücksichtigt wurde. Der Sieger des Wettbewerbs erhielt das Recht, ein Jahr lang unter der Vereinsflagge das Blaue Band zu führen.

Gelegentlich des Anruderns 1926 – also vor 100 Jahren – wurde der erste Gewinner des Wettstreits um dieses Blaue Band geehrt. Es war der Ruderclub Berolina, worauf später zurückzukommen sein wird. Auch in den folgenden Jahren bis 1936 wurde der Wettbewerb ausgeschrieben, sowohl vom Spree-Havel-Ruderverband, in dem der Wanderruder-Verband Mark Brandenburg 1929 aufging, als auch vom „Gau Brandenburg III“ des Deutschen Ruderverbands.

LRV-Sommerwettbewerb im Wanderrudern: Teilnehmer sind 12- bis 93-Jahre alt

Genau 587.819 km sind die Berliner Wanderruderinnen und -ruderer im letzten Jahr zwischen dem 1. April und dem 31. Oktober gerudert. 27.425 km mehr als im Jahr zuvor. 

Die Zahlen verkündete LRV-Vizepräsidentin Angela Haupt bei der diesjährigen LRV-Wanderruderpreisverleihung am 8. März. „Trotzdem ist noch Luft nach oben", sagte sie. „2009 betrug die Gesamtkilometerzahl 885.511 Kilometer." 

Auch wenn bis zum Ergebnis von 2009 noch fast 300.000 km fehlen, ist Wanderrudern nach wie vor ein beliebtes Standbein im LRV. Der Saal im Klubhaus der Treptower Rudergemeinschaft war entsprechend voll besetzt. Die Boote hatten aus allen Himmelsrichtungen angelegt – bei herrlichem Vorfrühlingswetter.

Die Statistik, die Angela Haupt zu Beginn vortrug, machte wieder deutlich: Rudern ist ein Sport für alle. Der älteste Teilnehmer wird in diesem Jahr 93 Jahre, die jüngste Teilnehmerin 12 Jahre. Philipp Böhme (Jahrgang 2015) von der Ruder-Riege TV Waidmannslust kam mit 885 km auf Platz 1 und Charlotte Rodde (Jahrgang 2014) vom RV Collegia 1895 mit 453 km auf Platz 2 in der jeweiligen Altersgruppe.

Edith Lambrecht (Jahrgang 1938) ruderte mit 2914 km auf Platz 1 in ihrer Altersgruppe. Bei den Männern kam Detlef Pries (ebenfalls Pro Sport Berlin 24) in der Altersgruppe 1949 und älter auf Platz 1 – mit 3807 km. Er sorgte bei der Preisverleihung zugleich für einen emotionalen Moment: Sein langjähriger direkter Konkurrent im Kampf um den ersten Platz, Thomas Obst (2141 km), konnte den Preis nicht mehr in Empfang nehmen. Er ist inzwischen verstorben. 

Insgesamt haben 509 Aktive (34 mehr als im Jahr zuvor) aus 34 Vereinen am Sommerwettbewerb 2025 teilgenommen. Die Medaillen und Urkunden an die Erst- bis Drittplatzierten überreichten LRV-Präsidiumsmitglied Ingrid Ehwalt und Saskia Discher, Vorsitzende der Berliner Ruderjugend.

70 Aktive beim 26. Ruderergometer-Wettkampf des Förderverein Wassersporthandicaps

Hier geht es zu einem kurzen Video der Veranstaltung.

Rudern ist ein Sport für alle – mit und ohne Beeinträchtigung. Zu erleben wieder beim 26. Ergometerwettkampf am 28. Februar 2026 in Grünau. Eingeladen hatte traditionell der Berliner Förderverein Wassersporthandicaps mit dem Vorsitzenden Rolf Kelm. 70 Aktive aus acht Vereinen in Berlin, Brandenburg und Schleswig-Holstein kämpften um Bestzeiten über 300 bis 1.000 Meter. Die jüngsten waren acht Jahre alt. „Der Berliner Ruderclub Rapid hat mit seiner Kinderabteilung die Veranstaltung bereichert", so Petra Rohrbach. Sie moderiert diesen Wettkampf seit vielen Jahren.

LRV-Flaggentag: Ehrung der Besten im „schönsten Sport in der schönsten Stadt“

Hier geht es zu einem kurzen Video vom Flaggentag:

Leistungen würdigen - das ist Tradition beim Landesruderverband. Zu erleben jedes Jahr, wenn beim Flaggentag die Elite im Spitzen- und Breitensport geehrt wird. Auch in diesem Jahr war der Saal in Haus der Kulturen der Welt wieder festlich geschmückt und die Reihe der Geehrten lang: Denn 2025 konnten zahlreiche Medaillen bei Deutschen Meisterschaften, Welt- und Europameisterschaften sowie gute Platzierungen gefeiert, Äquatorpreise und Fahrtenabzeichen erworben werden. Auf der Bühne berichteten Leistungsruderer:innen und -ruder ab der U19 und Wanderruderer:innen und -ruderer, von denen einige über 80 Jahre alt sind, mit großer Begeisterung von ihrem Sport, der zurückliegenden Saison und ihren Zukunftsplänen.

„Wir sind noch eine junge Mannschaft und hoffen auf die nächste Saison – dass dann noch mehr geht“, sagte Tom-Niklas Gränitz vom Berliner Ruder-Club, WM-Fünfter mit dem Doppelvierer. Natalie Šendjuk vom Ruderklub am Wannsee und Ayse Gündüz von der Ruder-Union Arkona Berlin 1879 sprachen über ihre „spannenden Rennen“ – sie hatten Bronze im Leichtgewicht bei der U23-WM gewonnen. Auch Georg Rieck vom BRC, Dritter im Achter bei der U19 WM, sowie die Deutschen U19 Jahrgangsmeister im Vierer Leo Kelber und Anton Schnabel (BRC „Welle-Poseidon und Ruderklub am Wannsee) blickten zufrieden auf die letzte und optimistisch auf die neue Saison. Julius Blümel vom BRC erklärte das Coastal Rudern – hatte Gold bei den Beach Sprints Finals geholt.

Berliner Ruderjugend stärkt Nachwuchsarbeit und Kinderschutz

Ohne Berliner Ruderjugend (BRJ) keine Regatten des Landesruderverbands und keine Berliner Talente beim Bundeswettbewerb. Deshalb konnte sie auch auf ihrer Jahreshauptversammlung eine erfolgreiche Bilanz des letzten Jahres ziehen: Sie hat die LRV-Regatten auf vielen Positionen abgesichert– von der Regattaleitung über Motorbootfahrer, von der Zeitnahme bis zur Helferkoordination. Sie war mit 78 Kindern aus 15 Vereinen beim Bundeswettbewerb und erkämpfte dort Platz 6 in der Gesamtwertung. Sie engagiert sich für die Nachwuchsgewinnung, u. a. beim Förderprogramm von BERLIN HAT TALENT des Landessportbunds und des Senats.  Sie stärkt gemeinsam mit dem Landesruderverband den Kinderschutz und organisiert Schulungen mit der LRV-Kinderschutzbeauftragten, Grit Quernheim. Die Basisschulungen werden in diesem Jahr fortgesetzt. „Wir verurteilen jegliche Formen der Gewalt und möchten unseren Kindern und Jugendlichen ein sicheres Umfeld bieten und ihren die Freude am Rudersport vermitteln“, erklärte BRJ-Vorsitzende Saskia Discher in ihrem Jahresbericht.

Einfach mal Danke sagen

Ohne Ehrenamtliche und Unterstützer keine Regatten und Veranstaltungen – ihnen einfach mal Danke sagen, das ist Tradition beim Landesruderverband. Vertreter*innen des Wasserstraßen- und Schifffahrtsamts, der DLRG, des THW, der Berliner Ruderjugend und des LRV-Regattateams waren deshalb auch in diesem Jahr wieder zum traditionellen Eisbeinessen eingeladen. Unter den Gästen auch langjährige Ehrenamtliche wie der ehemalige Präsident Karsten Finger und Kassenprüfer Matthias Herrmann.

Präsident Thomas Haun dankte vor allem für die große Unterstützung, wenn Pläne spontan geändert werden müssen, wie bei der Internationalen Langstreckenregatta Quer durch Berlin. „Wir werden in diesem Jahr wieder spontan sein müssen", kündigte er an. So werden zum Beispiel auf der ursprünglichen Strecke zwei Brücken und ein U-Bahn-Tunnel saniert."

Einfach mal Danke sagen – das wollte an diesem Abend auch die DLRG: Marcus Raasch überreichte Thomas Haun die Urkunde für zehnjährige Mitgliedschaft des LRV. Er dankte dem LRV für die Treue und die Partnerschaft und betonte: „Wie der Landesruderverband immer wieder seine Dankbarkeit äußert, das ist nicht selbstverständlich und das erleben wir nicht oft."

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