Landesruderverband Berlin e.V.

Zukunftspreis des Berliner Sports – jetzt bewerben!

Der Zukunftspreis des Berliner Sports zeigt Jahr für Jahr eindrucksvoll, wie kreativ, zukunftsweisend und enorm wichtig der Vereinssport ist. Und vor allem in der aktuellen Coronakrise sind gute Ideen, außergewöhnliche Initiativen und besonderes Engagement gefragt. Der Landessportbund Berlin zeichnet gemeinsam mit der LOTTO-Stiftung Berlin und der Berliner Stadtreinigung auch in diesem Jahr wieder die 20 besten Ideen und Aktionen im Berliner Vereinssport aus. Der Wettbewerb ist mit 25.000 Euro dotiert. Vereine und Verbände im LSB können sich bis Ende Oktober bewerben.

 

Im Fokus stehen diesmal insbesondere engagierte Projekte, die in der Coronakrise entstanden sind. Eingereicht werden können natürlich auch wieder Ideen aus anderen Themenfeldern wie Umwelt, Integration und Inklusion, Kinder- und Jugendsport und Vereinsentwicklung.

 

Weitere Infos und das Bewerbungsformular gibt es hier:

 

http://www.berlin-sport.de/zukunftspreis-des-berliner-sports-2020/

 

Inklusion ohne darüber zu reden

Christiane Möller ist eine Ruderin wie viele andere. Sie liebt ihren Sport über alles. Mehrmals in der Woche steigt sie ins Boot und genießt die Bewegung an frischer Luft. „Morgens liebe ich die Ruhe und totale Friedlichkeit auf dem Wasser“, sagt sie. „Abends nach der Arbeit komme ich runter“. Seit 2016 ist sie Mitglied im Ruderklub am Wannsee. Sie fühlt sich dort heimisch, hat extra ihren Wohnsitz in die Nähe verlegt. Sie kennt viele Vereinsmitglieder und viele kennen sie. Egal wann sie zum Rudern kommt – sie ist nie allein. Es findet sich immer ein Team, mit dem sie losfahren kann. Das ist wichtig für sie, denn sie ist von Geburt an nahezu blind.

Rudern im Vierer und Achter ist wieder möglich in Berlin.

Was die Mitteilung der Senatsverwaltung für Inneres und Sport vom 13. Juli genau bedeutet und wie es im Berliner Rudersport in der Saison 2020 weitergeht – darüber sprachen wir mit Karsten Finger, Vorsitzender des Landesruderverbands Berlin, bei der ersten Präsenz-Vorstandssitzung im Ruderzentrum am 13. Juli nach dem Lockdown.

 

Es war ein Kampf bis zur Freigabe des Teamruderns. Wie kam es jetzt aus Sicht des LRV zu der Entscheidung?

Berlin war das letzte Bundesland, in dem noch nicht in Großbooten gerudert werden durfte. Das war nicht mehr zu verstehen. Wir hatten einen Eilantrag gestellt, der unbeantwortet blieb. Schließlich haben wir den Regierenden Bürgermeister in einem offenen Brief um Unterstützung gebeten und öffentlich erklärt, dass wir am 13.07. eine Klage beim Verwaltungsgericht gegen den Senat einreichen werden. Es ging uns vor allem um eine einheitliche Regelung mit unserem Nachbarland Brandenburg und eine Anpassung an die bundeseinheitlichen Regelungen.

Endlich!!! Teamrudern in Berlin wieder offiziell erlaubt!

Liebe Rudersportbegeisterte,
ein langer Weg liegt hinter uns und nun ist endlich auch in Berlin ein Teilziel erreicht:
Ab sofort darf „ausnahmsweise“, wie es Innen- und Sportsenator Andreas Geisel in der Pressemitteilung vom 13.07.2020 formuliert hat im Mannschaftsboot gerudert werden.
Wir danken zu allererst Allen, die mit konstruktiven, verantwortungsvollen, geduldigem aber entschlossenen Vorgehen den Kampf zur Freigabe unseres geliebten Natursports mitgegangen sind!
Damit die gewonnene Freiheit auf dem Wasser aber unter den leider immer noch herrschenden, und nicht zu unterschätzenden Pandemiebedingungen, von Dauer bleibt, bitten wir Euch um unbedingte Umsetzung und Beachtung der weiter geltenden Regeln und Verordnungen zur Eindämmung des SARS-Covid-19-Virus.
Insbesondere verweisen wir auf die Verpflichtung für Steuerleute zum Tragen eines Mund-Nasenschutzes (MNS) im Mannschaftsboot.
Die weiteren Voraussetzungen für unseren Sport findet Ihr im aktualisierten Covid19-Nutzungs-_und_Hygienekonzept_LRV_Berlin15.07.20.pdf

Für den gemeinsamen Neustart wünschen wir „Riemen und Dollenbruch“

Training für Anfänger – mit Abstandsregeln

Der Abstand von 1,5 m, der in den Ruderbooten einzuhalten ist, wirkt sich auch auf die Ausbildung in den Vereinen aus. Wir führen die Ruderausbildung jetzt im Einer vom Steg aus durch, sagt Bruni Ley vom Märkischen Ruderverein.

Es ist für uns Ausbilder zeitlich und organisatorisch viel zeitaufwendiger, da die Anfänger nur einzeln nacheinander ausgebildet werden können “ so die Trainerin mit C-Lizenz. Zudem sind nach jedem Wechsel die Skullgriffe mit Seifenlauge zu reinigen.

Auf Dauer ist es für die Neuen'auch langweilig, sie würden gerne mal im Mannschaftsboot fahren.“ Sie ist trotzdem froh, dass nach dem totalen Verbot wieder gerudert werden kann. Die Anfängerkurse finden wie immer Mittwochnachmittag und Sonntagvormittag statt. Aber statt zwei Trainingsstunden pro Anfänger gibt es zurzeit nur eine.

Wer das Vereinsgelände betritt, muss sich zuerst die Hände waschen. Eine Waschgelegenheit wurde draußen installiert, um zusätzliche Gänge durch das Bootshaus zu vermeiden. Die Boote und Skulls werden nach jeder Fahrt mit Seifenlauge gereinigt.

Interview mit Prof. Dr. med. Dr. h.c. Jürgen Michael Steinacker über das weiter bestehende Verbot für Kontaktsportarten und Rudern in Berlin

Professor Steinacker ist Ärztlicher Leiter der Sektion Sport- und Rehabilitationsmedizin am Universitätsklinikum Ulm und Vorsitzender der Sports Medicine Commission beim Weltruderverband FISA. Teamrudern ist in Berlin immer noch verboten, weil der Mindestabstand von 1,50 m in den Booten nicht eingehalten wird. Ist die Begründung aus Ihrer Sicht haltbar?

Der Landesruderverband Berlin hat ein Nutzungs- und Hygienekonzept vorgelegt, das die Grundlage für die Wiederaufnahme des Rudersports sein kann.

 

Aus Sicht des Landesruderverbands dürfte Rudern trotz einer baubedingten Reduzierung des Abstands in den Booten auf 1,3 m bis 1,4 m zulässig sein – insbesondere, weil der Sport im Freien ausgeübt wird. Sehen Sie das auch so?

Wir haben beim Weltruderverband FISA zwei Richtlinien herausgebracht, die sich mit der Wiederaufnahme des Trainings und der Regatten nach der Pandemie beschäftigen. Die offiziellen Dokumente der Weltgesundheitsorganisation WHO, die Studienlage und das Konzept des Robert-Koch-Instituts, das auf den Erkrankungen der letzten sieben Tage beruht, sind die Grundlage dieser Richtlinien für Risikobestimmung und Schutzmaßnahmen. Die internationale Ärztekommission der FISA hat diese Richtlinien anerkannt und beschlossen. Zuvor wurden noch Virologen, Hygiene-Fachleute und Epidemiologen, u.a. der WHO und des IOC, konsultiert.

Streit um zehn Zentimeter

Team-Rudern ist in Berlin weiterhin verboten. Der Abstand im Boot ist nur 1,4 Meter.

Der Umgang der Landesregierung mit dem Berliner Rudersport löst zurzeit in den Rudervereinen großen Unmut aus. Rudern im Vierer und Achter ist weiterhin verboten  - nur weil der Abstand in den Booten baulich bedingt 1,40 m beträgt und dadurch der geforderte Mindestabstand von 1,50 m nicht eingehalten werden kann. 
Es gibt jedoch eine Ausnahme. Die Frauen des Frauen-Ruder-Club Wannsee (FRCW) können wieder im Mannschaftsboot rudern. Die Senatsverwaltung für Gesundheit, Pflege und Gleichstellung hat den Eilantrag des Vereins am 12. Juni mit einer positiven Stellungnahme für das Teamrudern beschieden. Grotesk ist, dass sich der FRCW mit den beiden benachbarten Vereinen – Potsdamer RC Germania und BRC Welle-Poseidon – einen Steg teilt, diese beiden Vereine aber nicht im Vierer oder Achter rudern dürfen. 

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