Landesruderverband Berlin e.V.

LRV-Jahreshauptversammlung: Berliner Rudersport macht keine Pause

„Im Berliner Rudersport gibt's keine Ruhe – ein Event nach dem anderen." So beschrieb Präsident Thomas Haun auf der Jahreshauptversammlung des Landesruderverbands das zurückliegende Jahr und die neue Saison. LSB-Präsident Thomas Härtel würdigte ebenso die vielseitigen Aktivitäten im Berliner Rudersport: die World Rowing Tour 2025, das 59. Wanderrudertreffen des Deutschen Ruderverbands, die Regatten und Veranstaltungen. „Das zeigt sich in der Mitgliederentwicklung", sagte er. Der LRV kratzt an der 10.000-Marke.

Auch die neue Saison ist voller Höhepunkte. Das wurde an diesem Abend im Ruderzentrum deutlich. Es sind die vielen traditionellen Regatten und Sternfahrten. Es sind aber auch einmalige Höhepunkte, wie der Auftakt der Ruder-Bundesliga am 13. Juni mitten in der Sportmetropole Berlin direkt vor dem Estrel-Hotel auf dem Neuköllner Schifffahrtskanal. Oder „150 Jahre Rudern in Berlin" – mit einer Sternfahrt am 11. Juli vom Wannsee bis zum Ruderzentrum, wo das Jubiläum gefeiert wird. Oder die Benefizregatta „Rudern gegen Krebs", die der Berliner Ruder-Club am 3. Oktober zusammen mit der 26. Internationalen Langstreckenregatta „Rund um Wannsee" ausrichtet.

Veränderte Regattastrecken wegen Baumaßnahmen

„Wir haben viele Regatten in Planung, stärken den Leistungssport und die Nachwuchsarbeit, um unsere Mitgliederzahlen weiter zu erhöhen – damit unser Rudersport jung bleibt", so Thomas Haun. Er dankte allen, die sich im LRV-Präsidium dafür einsetzen. Angela Haupt, Vizepräsidentin für Wanderrudern und Breitensport, erntete viel Beifall von den Delegierten. Sie hat großen Anteil am Zustandekommen und am Erfolg der World Rowing Tour 2025 und sie vertritt den LRV in der Wassersportkommission des Landessportbunds Berlin.

„Im Breitensport und Wanderrudern passiert sehr viel. Ihr habt das super im Griff", so der LRV-Präsident zu Angela Haupt und Ingrid Ehwalt. verantwortlich für Veranstaltungen und Wettbewerbe. Er dankte auch Jörg Ingenhütt, Vizepräsident für Regattawesen. Das ganze Team steht in den nächsten beiden Jahren vor besonderen Herausforderungen. Wegen Baumaßnahmen muss die Stadtdurchfahrt ausfallen und die traditionsreiche Internationale Langstreckenregatta „Quer durch Berlin" auf eine andere Strecke verlegt werden. Geplant ist die Route von Tegel zum Ruderzentrum am Hohenzollernkanal.

Pläne für Grünau

Pläne gibt es auch für die Regattastrecke in Grünau, wie Thomas Haun berichtet. Die Anzeigetafel wird durch eine moderne Videowand ersetzt. Der Zielturm wird abgerissen, denkmalschutzgerecht wieder aufgebaut und mit der neuesten Kamera- und Mess-Technik ausgestattet. In Planung sei eine Regattastrecke mit acht Bahnen, so dass dort ab 2028 wieder internationale Wettkämpfe stattfinden können. „Wir werden im Regattawesen aber auch eng mit Brandenburg zusammenarbeiten. Denn wir sind eine Wassersportregion."

BearingPoint sponsert Team Berlin

Thomas Haun dankte Kornel Malysch, der das Leistungssportressort neu aufgestellt hat. Er hob besonders sein finanzielles Engagement hervor. Kornel Malysch ist Geschäftsführer bei der Beratungsfirma BearingPoint in Berlin, die den Aktivenbereich unterstützt und das Team Berlin mit 10.000 Euro pro Jahr fördert.

Geld in den Rudersport fließt auch dank der Richard Motte Schröder Jugendstiftung. Sie hat im letzten Jahr den Rudersport im Nachwuchsbereich mit knapp 89.000 Euro und in diesem Jahn schon mit 27.000 Euro gefördert. „Ihr könnt Anträge stellen", sagte Stiftungsvorstand Karsten Finger. Zuschüsse gibt es u. a. für Boote, Übungsleitende, Fortbildungen.

LRV legt Wert auf Qualifizierung

Neuaufgestellt im Landesruderverband wurde auch das Lehrgangswesen. Landestrainer Paul Habermann hat vor einem Jahr die Verantwortung für diesen Bereich übernommen und ein vielfältiges Lehrgangsprogramm aufgestellt. „Er hat viele Lehrgänge durchgezogen und in Planung – bis hin zur Ernährungsberatung. Das ist das breite Wissen, das wir brauchen", sagte Thomas Haun. Er dankt auch der Vorsitzenden der Berliner Ruderjugend, Saskia Discher: Die Berliner Ruderjugend ist sehr aktiv und sie ist wichtig, weil sie unser Nachwuchs ist."

Mehr Teilhabe im Rudersport

Um im Berliner Rudersport die Kooperationen zwischen Schulen und Vereinen weiter zu stärken, wird Hagen Rothe innerhalb des Präsidium diese neue Position übernehmen. Er bringt seine berufliche Expertise als Lehrer mit. Sein Nachfolger als Vizepräsident Finanzen wird Martin Borchardt, selbstständiger Unternehmer im IT-Bereich. Er wird kooptiert – bis zur Neuwahl des Präsidiums im nächsten Jahr. Auch der Bereich Teilhabe soll weiter gestärkt werden. Neben Matthias Grüneberg als Verantwortlicher fürs Para-Rudern soll es weitere Verantwortliche für Special Olympics und für Integration geben. Matthias Grüneberg appellierte bei der Jahreshauptversammlung an die Vereine: „Schafft Para-Rennboote an, damit Aktive mit Beeinträchtigungen auch in Rennbooten trainieren können."

Solide Finanzen

Der LRV-Präsident dankte mit ganz persönlichen Worten auch dem Geschäftsführer für seine Arbeit. Axel Müller erläuterte die Bilanz für 2025 und den Haushaltsplan 2026, der an diesem Abend beschlossen wurde. Zuvor hatte der langjährige LRV-Kassenprüfer Matthias Herrmann von der RG Wiking die Entlastung des Präsidiums empfohlen und die Delegierten waren ihm einstimmig gefolgt.

Gratulationen für 100-Jährige

Die Jahreshauptversammlung war auch ein würdiger Rahmen für die Gratulation zu Vereinsjubiläen. Der ESV Schmöckwitz feierte im letzten Jahr seinen 100 Geburtstag. Thomas Haun überreichte die LRV-Jubiläumsgabe an Tobias Wittenbecher, Stellv. Vorsitzenden und Sportwart. Detlef Pries vor Pro Sport Berlin 24 nahm die Jubiläumsgabe für die Ruderabteilung entgegen. Eine Ehrung hatte zuvor LSB-Präsident Thomas Härtel vorgenommen: Er überreichte Christine Brüggemann von der Ruder-Vereinigung Preußen Saffonia die LSB-Ehrennadel in Silber für ihr langjähriges ehrenamtliches Engagement und war überrascht, als er erfuhr: „Sie hat mir und vielen anderen das Rudern beigebracht. Daran konnte ich mich nicht mehr erinnern."

Anbau im Ruderzentrum verzögert sich weiter

In die gute Jahresbilanz mit den vielen Dankesworten mischte sich an diesem Abend die Nachricht über die weitere Verzögerung für die schon lange geplante Erweiterung des Ruderzentrums. Wegen fehlender Absprache innerhalb des Bezirksamts. Geschäftsstelle und Präsidium haben schon viel Arbeit in das Neubauprojekt gesteckt. Mehrere Ordner sind gefüllt. Denn der Bundesstützpunkt für die Frauennationalmannschaft und das Coastal Rudern braucht dringend den Anbau. „Wir sind weiterhin optimistisch". so Thomas Haun.

Angela Baufeld

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