Landesruderverband Berlin e.V.

LRV-Sommerwettbewerb im Wanderrudern: Teilnehmer sind 12- bis 93-Jahre alt

Genau 587.819 km sind die Berliner Wanderruderinnen und -ruderer im letzten Jahr zwischen dem 1. April und dem 31. Oktober gerudert. 27.425 km mehr als im Jahr zuvor. 

Die Zahlen verkündete LRV-Vizepräsidentin Angela Haupt bei der diesjährigen LRV-Wanderruderpreisverleihung am 8. März. „Trotzdem ist noch Luft nach oben", sagte sie. „2009 betrug die Gesamtkilometerzahl 885.511 Kilometer." 

Auch wenn bis zum Ergebnis von 2009 noch fast 300.000 km fehlen, ist Wanderrudern nach wie vor ein beliebtes Standbein im LRV. Der Saal im Klubhaus der Treptower Rudergemeinschaft war entsprechend voll besetzt. Die Boote hatten aus allen Himmelsrichtungen angelegt – bei herrlichem Vorfrühlingswetter.

Die Statistik, die Angela Haupt zu Beginn vortrug, machte wieder deutlich: Rudern ist ein Sport für alle. Der älteste Teilnehmer wird in diesem Jahr 93 Jahre, die jüngste Teilnehmerin 12 Jahre. Philipp Böhme (Jahrgang 2015) von der Ruder-Riege TV Waidmannslust kam mit 885 km auf Platz 1 und Charlotte Rodde (Jahrgang 2014) vom RV Collegia 1895 mit 453 km auf Platz 2 in der jeweiligen Altersgruppe.

Edith Lambrecht (Jahrgang 1938) ruderte mit 2914 km auf Platz 1 in ihrer Altersgruppe. Bei den Männern kam Detlef Pries (ebenfalls Pro Sport Berlin 24) in der Altersgruppe 1949 und älter auf Platz 1 – mit 3807 km. Er sorgte bei der Preisverleihung zugleich für einen emotionalen Moment: Sein langjähriger direkter Konkurrent im Kampf um den ersten Platz, Thomas Obst (2141 km), konnte den Preis nicht mehr in Empfang nehmen. Er ist inzwischen verstorben. 

Insgesamt haben 509 Aktive (34 mehr als im Jahr zuvor) aus 34 Vereinen am Sommerwettbewerb 2025 teilgenommen. Die Medaillen und Urkunden an die Erst- bis Drittplatzierten überreichten LRV-Präsidiumsmitglied Ingrid Ehwalt und Saskia Discher, Vorsitzende der Berliner Ruderjugend.

Rekordhalter mit 7041 geruderten Kilometern ist Andreas Nowka (Altersgruppe 1964 bis 50) vom Spandauer Ruder-Club „Friesen". Erfolgreichster Verein ist der RC Tegel 1886 – 39 Vereinsmitglieder haben die Normen für den Sommerwettbewerb erfüllt. Es folgt die RU Arkona mit 35 Mitgliedern vor dem Berliner Ruder-Club (33). Der Verein mit den meisten Erstplatzierten (Plätze 1 bis 3 in jeder Jahrgangsstufe) ist Pro Sport Berlin 24 (6 Platzierte) vor RC Tegelort (5) und RU Arkona 1879 (4). 

Den Blauen Wimpel für den aktivsten Verein nahm – wie schon oft in der Vergangenheit – Detlef Pries entgegen, Leiter der Abteilung Rudern bei Pro Sport Berlin 24. Auf Platz 2 kam der Spandauer Ruder-Club „Friesen" – vor dem RC NARVA-Oberspree. Übrigens hat Detlef Pries hat die Geschichte des Blauen Wimpels erforscht. Hier geht es zu seinem Beitrag:Vergessene Jubiläen - Eine kleine Geschichte des Blauen Wimpels

Die Daten für den Sommerwettbewerb hat auch in diesem Jahr wieder Ingrid Ehwalt ausgewertet. Sie kümmerte sich ebenfalls um die Medaillen. Das Motiv ist der Schmuckbogen mit Wassersportmotiven, der am Borsigdamm in Tegel steht und dort den Uferweg überspannt. Gestaltet wurden die Medaillen von Schüler*innen der Ernst-Litfass-Schule in Reinickendorf, und produziert von der Berliner Firma Mischke Pokale. „Also kurze Wege und nachhaltig", so Angela Haupt.

Sie dankte der Treptower Rudergemeinschaft für die Organisation der Preisverleihung. Neben Kuchen, Brötchen und Getränken gab es am Internationalen Frauentag als Aufmerksamkeit eine Rose für jede Ruderin. 

Und noch einmal spielte die World Rowing Tour 2025 in Berlin eine Rolle. Sechs Vereine hatten die Tour ehrenamtlich mit auf die Beine gestellt. Die Treptower Rudergemeinschaft und der SV Energie erhielten jetzt nachträglich ihre Erinnerungsteller – damals im Mai stand nicht für alle Vereine ein Teller bereit. 

Mit einem Ausblick auf Saison-Höhepunkte endete die Preisverleihung. Angela Haupt hob vor allem die Sternfahrt am 11. Juli zu „150 Jahre Rudern in Berlin" hervor: „Wir rudern vom Wannsee zum Ruderzentrum am Hohenzollernkanal. Meldet euch an!"

Angela Baufeld