82.Internationale Langstreckenregatta "Quer durch Berlin:Voll das Leben!

Glaubt man den Statistiken, dann liegt die Lebenserwartung eines „normal Sterblichen“ in Deutschland in etwa bei 80 Jahren. Jede zweite Mann wird aktuell mindestens 80, jede zweite Frau sogar 85. Würde man diese Daten 1:1 auf ein sportliches Ereignis wie die Internationale Langstreckenregatta „Quer durch Berlin“ übertragen, dann hieße das für die großartige Ereignis, dass sich im Laufe der Jahre zunehmend zu einem Highlight des Sportkalenders der Hauptstadt gemausert hat, baldiges Abschiednehmen. Immerhin ist die Regatta weiblich und damit hätte sie noch ein paar Jahre. Aber auch ohne eine solche Zuschreibung muss die Veranstaltung, die am Samstag zum 82. Mal stattfindet und über sieben Kilometer Spree (im wesentlichen) durch 13 Brücken durch die Innenstadt vom Start nahe Schloß Charlottenburg bis zum Ziel am Haus der Kulturen/Bundeskanzleramt führt, wohl nicht um ihren Fortbestand fürchten. „'Quer durch Berlin' ist voll das Leben, marschiert energisch auf die 100 zu und wird dabei, wie es scheint, immer jünger“, sagt LRV-Geschäftsführer und Regatta-Leiter Michael Hehlke mit hörbarer Begeisterung.In der Tat, „Quer durch Berlin“ hat das „Forever Young“-Gen und das hat vielerlei Gründe.Nicht nur, dass es ein wunderbares Treffen der großen Ruderfamilie quer durch alle Generationen ist, nicht nur, dass man sich kaum einen schöner Abschied von der Ruder-Freisaison vorstellen kann. Nicht nur, dass Spitzen- und Breitensport auf einzigartige Weise zusammenkommen und Zuschauer unterwegs auf ganz besondere Weise dabei sein dürfen. Nicht nur, dass die Regatta sportliche Herausforderung und Leistungsabforderung zugleich bedeutet. Sie ist, wie der LRV-Vorsitzende Werner Stahr in seinem Grußwort im informativen Programm erklärt, auch „aktives Sightseeing“ in einer attraktiven Metropole, wie man es kein zweites Mal haben kann. Das hat sich rumgesprochen, und deshalb kommen die Ruder-Enthusiasten nicht nur aus der ganzen Bundesrepublik, sondern auch von „jottwehdeh“ in der Welt, um dabei zu sein. Aktive aus 98 Vereinen haben für die „82.“ gemeldet – das dürfte das „Kampfziel“ für die „83.“ schon heute feststehen.Ruderer aus neun Ländern sind am Samstag ab 13 Uhr bis 16.30 Uhr in 26 Rennen verschiedener Vierer- und Achterboote in diversen Altersklassen am Start und wetteifern um Pokale, Herausforderungspreise und Punkte für den Wettbewerb in der Wertung des besten teilnehmenden Vereins. Dafür haben wie in den Vorjahren der Berliner Ruder Club (62 Aktive), der Ruderklub am Wannsee (62), der RC Tegel (48) oder die Potsdamer RG Germania (45) die besten Chancen. Neben vielen Berliner und Brandenburger Klubs und Vereinen von Nord bis Süd der Bundesrepublik gehen junge, ältere und reife Athleten aus China (Peking ist Sport-Partner des LRV), Dänemark, den Niederlanden, Polen, Russland, Österreich, der Schweiz und England aufs Spreewasser. Außerdem finden auch noch zwei Sonderrennen mit Champions vergangener Tage statt, die damit die Deutsch Sporthilfe unterstützen und demonstrieren wollen, dass man Rudern ähnlich wie Radfahren nie wieder verlernt, wenn man es einmal „gefressen“ hat.Das Hauptrennen der Regatta ist traditionell der Männer-Achter, in dem die sechs gemeldeten Crews diesmal um den neu gestifteten VEOLIA-Cup wetteifern werden, den der Hauptsponsor des LRV (Motto: „Zwei in ihrem Element“) ausgelobt hat. Für diesen 7000-Meter-Wettstreit hat sich der Stifter noch einen besonderen Clou ausgedacht: unter allen teilnehmenden Teams, die das Ziel erreicht haben, wird ein BBG Olympia X-Renneiner incl. Skulls verlost. Der Sieger des Rennens erhält dabei die höchstmögliche Zahl an Losen, Die nächstfolgenden jeweils eins weniger, sodass der Letztplazierte noch auf eins kommt. Die Ziehung findet öffentlich vorm Haus der Kulturen statt, wo wie immer in den Vorjahren in den Stunden zuvor Rundum-Unterhaltung mit Musik, gutem Essen und Trinken, Interviews und Gesprächen geboten wird.Auch wenn die Wetterprognosen gedämpft sind, darf man wieder davon ausgehen, dass beim 82. „Quer durch Berlin“ die Spree „kocht“. Nach allen Erfahrungen der Vergangenheit, hat es bislang noch kein Wetter geschafft, die Hochstimmung bei dieser Regatta zu vermiesen. Zumal anno 2011 so viele Top-Akteure der Szene wie seit langem nicht mehr in Aktion zu erleben sein werden. Berlins Ruderer schicken jede Menge EM- und WM-Teilnehmer sowie Medaillengewinner in den verschiedenen Altersklassen (Junioren, U23, Elite) in die Rennen, dazu kommen weitere nationale Spitzenleute und Top-Ruderer der Vergangenheit. Nicht zu vergessen ist dabei zum Beispiel auch der diesmal von Trainerin Monika Tampe gesteuerte Handicap-Vierer vom BRC Hevella, der bei der WM in Bled Silber gewonnen hat. Aus der aktuellen Elite zu nennen sind zum Beispiel Kevin Rakicki, Nils-Ole Bock, Hendrik Bohnekamp, Karsten Brodowski, Dominik Vent, Stephan Riemerkasten, Bastian Bechler, Richard Lorenz oder Hagen Rothe – um nur einige zu nennen.K.W.

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