Chinesische Ruderinnen und Ruderer bei Arkona

Mitte August erhielt Arkona eine Anfrage vom Vorsitzenden des Landesruderverbands, Werner Stahr, ob Anfang Oktober Ruderinnen und Ruderer aus Peking Arkona einen Besuch abstatten können.
„Es ist mir ein persönliches Bedürfnis, den Pekingern auch unsere Vereine zu zeigen. Der „Breitensport“ ist für sie etwas völlig Fremdes, gewinnt aber zunehmend an Bedeutung. Wäre es möglich, Euch mit den Chinesen heimzusuchen, damit sie · mit Euch rudern und· sehen, was Ihr da eigentlich macht, um neue Mitglieder zu gewinnen? 
Eine Nachfrage über Umstände, weitere Vorstellungen und Wünsche ergab, dass voraussichtlich je neun Ruderinnen und Ruderer sowie fünf Funktionäre kommen werden und Rudern im Achter, da der „Breitensport“ ist für sie etwas völlig Fremdes“ seine Empfehlung sei.Ferner sollten wir den Pekingern unsere Erfahrungen im Schulrudern und in der Erwachsenenausbildung vorstellen.Grundsätzlich ist anzumerken, dass die chinesische Hauptstadt bereits seit April 1994 Partnerstadt Berlins ist. Seit 1997 gibt es einen Sportaustausch zwischen beiden Partnerstädten; es folgten in unregelmäßigen Abständen Begegnungen, bis im Jahr 2005 von der Stadtverwaltung von Peking und dem LSB-Präsidenten eine Kooperationsvereinbarung unterschrieben wurde, die Art und Umfang des Sportaustauschs näher festlegte.
Rudern im Breitensportachter - ein neues Erlebnis
Unser ehemaliger Nationalmannschaftsruderer Manuel Brehmer kam bereits 2006 in den Genuss im Rahmen des Sportaustauschs an einer 2-wöchigen Chinareise teilzunehmen und auch unser derzeitiger Trainer, Torsten Gerlach, nahm  im Oktober 2008 am Sportaustausch in China teil.Weiter wurde im Sportaustausch vereinbart, dass für die Jahre 2011 bis 2014 für Ruderer fünf Visiten - drei in Berlin, zwei in Peking – durchgeführt werden. Pekinger Mannschaften sollen auch an der Traditionsregatta „Quer durch Berlin“ teilnehmen.Nun- Arkona sollte die letzte Station ihres Berlinaufenthalts sein, bevor sie dann nach dem Start am 8.Oktober auf der Langstreckenregatta „Quer durch Berlin“ wieder in ihre Heimat fliegen.Vorher hatten sie bereits die Rudervereine Wiking, Saffonia, und den Berliner Ruder-Club besucht und konnte sich einen Überblick über die unterschiedlichen Strukturen der Berliner Rudervereine verschaffen.Unser Vorsitzender hatte zur Begrüßung eigens seinen Urlaub etwas früher beendet, um unsere Gäste bei strahlend blauem Himmel begrüßen zu können. Da zu Beginn noch kein Dolmetscher zur Verfügung stand, war die Kommunikation etwas verworren, dennoch ist Rudern mit Ruderern aus fremden Kulturkreisen überhaupt kein Problem, sind doch Backbord und Steuerbord, Bug und Heck weltweit gleich zugeordnet. Schwieriger sollte es dann schon sein, die Ruderkommandos an Land und auf dem Wasser zu erteilen und verstehen oder besser nicht zu erteilen, da sie sowieso nicht verstanden werden.Also ein schwieriges Unterfangen, das aber unsere bewährten Steuerleute Harald Radtke und Bernd Stoeckel mit ihrer Erfahrung von einer Wanderfahrt in Hongkong bravourös bewältigten. Da die Anzahl der Pekinger Ruderinnen keinen kompletten Achter füllte, bekamen Werner Stahr und ich die Gelegenheit, den chinesischen Frauenachter zu verstärken oder zu schwächen. Sauberes Anlagen- auch ohne Dolmetscher kein Problem 
Nun -  zu meiner Überraschung war das ein tolles Rudererlebnis, nach 3 Ruder-schlägen war der Rhythmus gefunden, so dass der Achter abging, wie „Schmitt’s Katze“. Auch der Männerachter mit den Ruderrecken mit Gardemaß sah technisch bestechend gut aus und führte zu Haralds Kommentar: „Ich war noch nie so schnell am Breitehorn!“Kein Wunder, wie uns hinterher erklärt wurde, da es sich um chinesische Auswahlmannschaften handelte. Nun, unsere Steuerleute hatten die Mannschaften stets im Griff und bald konnten die beiden Achter wieder unfallfrei auf ihren Plätzen in den Hallen eingelagert werden.Unter Anwesenheit des Dolmetschers, einem Schüler aus der 11. Klasse unserer Kooperationsschule, dem Lily-Braun- Gymnasium, konnte unser 1. Vorsitzender anschließend im Clubraum sein „Herzliches willkommen“ übersetzen lassen und mir war es dann vergönnt, den Chinesischen Gästen unsere Schulkooperationen und unser bewährtes Konzept in der Erwachsenen-Ruderausbildung vorzustellen. Werner Stahr, unser Verbandschef, dankte abschließend der RU Arkona,  nicht ohne auf die vorbildliche Ausbildung des Vereins hinzuweisen und im Anschluss daran kam es dann zum obligatorischen Wimpel-/Flaggentausch zwischen dem chinesischen Delegationsleiter und unserem Vorsitzenden.
Obligatorischer Wimpel-/Flaggentausch
Ein gemeinsames Essen und der überraschende Besuch unseres Olympia-teilnehmers 2008 in Peking,  Manuel Brehmer rundeten den Nachmittag ab und unser Dolmetscher von der HBO machte einen ganz tollen Job, indem er Gäste und Gastgeber mit seinen Deutungen und Übersetzungen näher brachte.


Werner Fromm

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