Berliner Sommer-Regatta und Landesentscheid: Einsatz, Leidenschaft und Spaß

Vielleicht kein Termine mit Ausrufezeichen auf den Notizzetteln der Medien, aber einer der Sport mit all seiner Faszination und seinen besten Tugenden bietet: Bei der von der Berliner Ruderjugend (BRJ) veranstalteten Sommerregatta mit Landesentscheid für Jungen und Mädchen sowie diversen Handicap-Rennen kann man am Wochenende in Berlin-Grünau (jeweils ab 10 Uhr) spannenden Sport, Begeisterung und Spaß in Hülle und Fülle erleben. Also vielleicht doch ein Termin für die Medien? Denn hier sieht man, warum Sport an der Basis und in den Vereinen eine der schönsten Nebensachen der Welt und manchmal noch mehr ist.

LRV-Web sprach mit Anke Schulz, der Vorsitzenden der BRJ, was die Sommerregatta so wichtig und zu etwas Besonderem macht.

Die Sommerregatta in Grünau ist im Wettkampfkalender von LRV und BRJ eine feste Größe, auf die Organisatoren von jeher viel Wert legen. Warum ist das so?

Sie hat eine ganze Reihe von einzelnen Bestandteilen. Bei den 12-14jährigen gehen die besonders ambitionierten Talente an den Start, die sich über den Landesentscheid für den Bundeswettbewerb Anfang Juli in Hürth qualifizieren wollen. Daneben gibt es Kinderrennen runter bis zu den 10-,11-Jährigen, viele Entscheidungen für die „zweite Wettkampfebene“ für die eher breitensportlich Orientierten und last but not least ist es auch eine der größten Handicap-Regatten Deutschlands – sogar mit internationaler Beteiligung.

 

Das bedeutet für die Organisatoren jede Menge Aufwand …

Das ist wahr. An den beiden Tagen gehen insgesamt 111 Rennen vonstatten, das will logistisch bewältigt sein. Der Landesentscheid besteht aus 3000-Meter-Langstrecke, Zusatzwettbewerb (Quiz, Hochsprung aus dem Stand, Medizinball-Zielwerfen, Dreisprung, Japantest) und 1000-Meter-Finalrennen. In einer Gesamtwertung wird dann über die Titel der Landessieger entschieden. Die beiden Wettbewerbe auf dem Wasser gehen dabei mit 75%, der Zusatzteil mit 25% ein. In der Regel qualifizieren sich die beiden Ersten je Bootsklasse für den Bundeswettbewerb.

 

Was ist das Besondere an der Sommerregatta?

Hier ist alles sehr persönlich und vor allem kindgerecht. Oberste Priorität hat es, alles möglich zu machen im Sinne der Kinder. Wenn die sich wohl fühlen und Spaß haben, dann ist das gelungen.

 

Offenbar haben Sie dafür auch noch einen Vertrag mit dem Wettergott geschlossen?

Wenn solches Sommersonnenwetter herrscht, wie für dieses Wochenende prognostiziert, ist das natürlich das i-Tüpfelchen auf einer solchen Veranstaltung. Wir hoffen, dass nun auch noch der in Grünau nicht immer ganz einfache Wind mitspielt. Denn gerade für die Allerjüngsten, wie körperlich noch nicht voll entwickelte 10-jährige, kann der Wellengang dort mitunter Probleme machen.

 

Gibt es ansonsten noch Neues im Regattaablauf?

Wir versuchen in vielen kleinen Details immer noch besser zu werden. Diesmal zum Beispiel haben wir eine eigenen Zusatzwettbewerb für die Steuerleute der Viererboote. Dessen Wertung fließt nicht in die des Landesentscheids ein, es gibt eine gesonderte Siegerehrung. Damit soll die insgesamt verstärkte Beachtung des Ruderischen betont werden. Die kommt auch bei der genannten prozentualen Gewichtung der einzelnen Wettbewerbe des Landesentscheids zum Ausdruck, wo die beiden Ruderrennen 75% ausmachen. Und auch bei der Nominierung für den Bundeswettbewerb durch den Jugendarbeitsausschuss (JAAS) der BRJ, der in das Ranking der jeweiligen Bootsklasse nicht nur die Platzierung, sondern auch den ruderspezifischen und allgemeinathletischen Entwicklungsstand der Aktiven einbezieht.

 

Wie werden die Landessieger bei der Sommerregatta belohnt?

Zuallererst mit der Qualifikation für den Bundeswettbewerb. Das ist noch echter, handgemachter Sport, wenn man sieht, welche losgelösten Gefühle – bei den einen Jubel, bei den anderen Tränen – das auslöst. Wer in der jeweiligen Bootsklasse die niedrigste Platzziffer aus den drei Wettbewerben hat, darf sich „Landessieger Berlin Jungen- und Mädchenrudern“ nennen. Das Sahnehäubchen ist es, dass LRV-Sponsor Veolia Wasser für die Besten Sachpreise in Form eines Rucksackes zur Verfügung stellt. Und damit auch unterstreicht, dass die Unterstützung des Unternehmens für den Rudersport eben nicht bei den großen Namen halt macht, sondern alle einbezieht.

 

KLAUS WEISE

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