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Wie hitzefest sind Berlins Ruder-Asse?

Beim Weltcup-Finale in Luzern sind acht Hauptstadt-Aktive am Start auf dem „Göttersee"

Bis zum Ruderhöhepunkt des Jahres, den WM auf dem Lake Karapiro im neuseeländischen Hamilton (30. Oktober - 7. November) sind noch fast vier Monate Zeit, aber am kommenden Wochenende gibt es schon mal einen kräftigen Vorgeschmack darauf. Dann nämlich versammelt sich die Weltelite fast schon traditionell zum Weltcup-Finale auf dem mit dem Beinamen „Göttersee" geadelten Rotsee im schweizerischen Luzern. Mit 900 gemeldeten Athleten aus 50 Nationen hat das Top-Event der Ruderer, das so etwas wie Wimbledon im Tennis oder der America's Cup im Segeln ist, eine Rekordteilnahme zu verzeichnen. Und aus der Sicht der Asse aus der deutschen Hauptstadt ist zu konstatieren: Ganz ohne Berliner geht die Chose nicht!

Acht  Athletinnen und Athleten - vier Frauen und vier Männer - werden bis zum Sonntag, wenn die Finals der dritten Weltcup-Station auf dem Programm stehen, bei den angekündigten tropischen Temperaturen im Vergleich mit den Weltbesten versuchen, sich nachhaltig bei DRV-Cheftrainer Hartmut Buschbacher für den WM-Start Down Under zu empfehlen. „Die Chancen dabei sind unterschiedlich, aber generell dürfen wir quantitativ erst mal zufrieden sein. Auch, wenn es durchaus noch Steigerungspotenzial gibt", sagt der Leistungssportverantwortliche im LRV, Dr. Dieter Altenburg. Die wohl besten Aussichten, nicht nur eine gute Rolle zu spielen, sondern sogar ganz nach vorn zu fahren, hat neben Achter-Steuermann Martin Sauer (27/Berliner RC) der von Trainer Sven Ueck betreute Frauen-Doppelvierer, in dem mit der erfahrenen Britta Oppelt (32/Rvg. Hellas Titania) und den beiden jungen Ruderklub am Wannsee-Damen Julia Richter (21) und Tina Manker (21) gleich drei von der Heilbronnerin Carina Bär (20) unterstützte Berlinerinnen sitzen. Richter ist erst nach dem zweiten Weltcup in München vom Zweier in den Vierer gewechselt, obwohl dieser dort das Rennen gewonnen hatte.  

Richters Wechsel in das Großboot war denn auch keine Kritik am Auftritt der Crew von München mit Stephanie Schiller (Potsdam) als vierter Kraft, sondern der Absicht geschuldet, zwei Besatzungen mit Siegpotenzial zu haben. Denn Schiller wird in Luzern mit der Leipzigerin Annekatrin Thiele über den Rotsee schippern. Neben den drei Damen vom Doppelvierer ist in Luzern mit Sophie Dunsing (22/SV Energie) eine weitere Skullerin aus Berlin im Einsatz, die sich international erstmals im Einer vorstellen wird. Die Elektrotechnik-Studentin mit dem schönen Hobby „Blockflöte" wird der Konkurrenz wohl (noch) nicht die selbigem Instrument entlockten „Flötentöne" beibringen können, aber gelänge ihr in der Konkurrenz mit 21 Meldungen der Einzug ins B- oder gar A-Finale wäre das als Erfolg beim Wettkampftest unter dem Motto „Learning by doing" zu werten. „Sophie ist auf jeden Fall eine Option für die Zukunft. Luzern wird sie weiterbringen", ist Dr. Dieter Altenburg sicher.

Bei den Männern sind die Hauptstädter - Achter-Steuermann Sauer einbezogen - in vier verschiedenen Bootsklassen vertreten. Nominell am hochkarätigsten ist dabei der Doppelzweier-Weltmeister des Vorjahres Eric Knittel (27/Berliner RC), der nach auskurierter Krankheit mit seinem Partner Stephan Krüger (Rostock) endlich seine erste internationale Visitenkarte abgeben will, die unterstreichen soll, dass die Hierarchie so bleiben soll, wie sie 2009 war. Auch im Riemen-Zweier gibt es eine Berlin-Rostocker Kombination zwischen dem Pekinger- Olympiavierten Felix Drahotta und Andreas Kuffner (23) vom Berliner RC, der aus Altersgründen aus dem rein Berliner U23-Vierer ohne ausgestiegen ist, der sich auf die WM seine Altersklasse vorbereitet. Auch der letzte, noch nicht genannte Berliner im DRV-Aufgebot von Luzern, sitzt in einem Zweier. Linus Lichtschlag (RK am Wannsee) wird mit Lars Hartig (Friedrichstadt) im Doppelzweier der Leichtgewichte unterwegs sein - chancenreich, wie Platz 3 in München unterstrich.

Was die Gesamtweltcup-Wertung nach den beiden bisherigen Staionen Bled (Slowenien) und München angeht, so ist Großbritannien mit 154 Punkten und großem Vorsprung vor Deutschland (72) und China (71) so gut wie durch und nur noch theoretisch vom Thron zu stürzen. Auch im Einzelranking von München lagen die Briten mit 79:58 Zählern klar vor den Gastgebern. In den 14 olympischen Bootsklassen, die zum Weltcup-Programm gehören, liegen die Männer und Frauen von der Insel gleich in neun Konkurrenzen mit ihren Booten vorn. Die bis dato beste deutsche Platzierung mit Rang 2 im Einer durch Marcel Hacker wird in Luzern nicht zu halten sein, denn der Skuller musste verletzt absagen. Ihre Zwischenposition als Vierte verbessern und nach vorne auf Treppchen fahren wollen allerdings auf jeden Fall noch bei den Frauen der Zweier ohne, die beiden Doppelzweier und vor allem der „Berliner" Doppelvierer. Bei den Männern gilt selbiges vor allem für den Doppelvierer und den Achter.

 

 Deutsche Indoor-Rowing Serie

11.12.2010
14. Berliner Indoor Rowing open


 

Mittwoch, 08 September 2010
Städtekampf-Qualifikation Junior A/B

Montag, 20 September 2010
Jugend trainiert für Olympia 20.-22.09.

Dienstag, 21 September 2010
Jugend trainiert für Olympia 20.-22.09.

Mittwoch, 22 September 2010
Jugend trainiert für Olympia 20.-22.09.

Samstag, 09 Oktober 2010
Quer durch Berlin

Samstag, 09 Oktober 2010
81. Langstreckenregatta Quer durch Berlin

Samstag, 23 Oktober 2010
Sternfahrt Rudergesellschaft Wiking